Seit den Turbulenzen im Jahr 2022 durchläuft der europäische Erdgasmarkt einen tiefgreifenden Wandel, der sich auf Versorgungswege, Preise und Versorgungssicherheit auswirkt. Die Sperrung der Straße von Hormus Ende Februar 2026, die zu erheblichen Turbulenzen auf den Weltmärkten geführt hat, ist ein weiteres Beispiel für globale Unsicherheiten, die sich auf die europäischen Gasmärkte auswirken. Für Erdgas ist dies nur das jüngste Kapitel einer Reihe geopolitischer Ereignisse mit massiven Auswirkungen auf die internationalen Versorgungswege. Für Europa, das gerade große Teile seiner Gasimportstruktur von russischen Pipelines auf LNG umgestellt hat, wirft diese Situation viele Fragen auf:
Langzeitperspektive
- Konkurriert die Gasversorgung um Europa oder konkurriert vielmehr Europa um die Gasversorgung?
- Was bedeutet die Versorgungslage für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie?
- Welche Auswirkungen haben Unsicherheiten bei der Nachfrage auf die Versorgungsstrategie der Mitgliedstaaten und der Gasimporteure?
- Wie wirken sich die EU-Vorschriften zu Methanemissionen und die Europäische Lieferkettenrichtlinie auf LNG-Importe aus?
- Welche Optionen haben die politischen Entscheidungsträger in Brüssel und Berlin?
- Wird es zu einem Comeback der russischen Gasimporte in die EU kommen?
Kurzfristperspektive
- Wie wird die Angebots- und Nachfragesituation für den kommenden Winter angesichts der neuen Risikostruktur aussehen?
- Werden die Gasspeicherkapazitäten vor der Heizperiode ausreichend gefüllt sein?
- Wie dringend ist die Forderung nach einer neuen Speicherverordnung („strategische Gasspeicherung“)?
In diesem Sommerinterview analysieren die Branchenexperten Ludwig Möhring und Ulf Heitmüller diese und viele weitere Aspekte der aktuellen (geo-)politischen Lage und der Situation auf dem Gasmarkt.
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